Räucherstoffe der Himalaya Region
Die höchste Bergkette der Welt bildet einen 2500 Kilometer langen Bogen. Der Himalaya bildet eine Barriere zwischen zwei völlig verschiedenen Klimazonen und besitzt deshalb selbst eine ungeheure Vielfalt an lokalen Klimagebieten. Jedes einzelne davon bringt eine bestimmte Flora hervor. Deshalb ist das Himalayagebiet mit besonders vielen Pflanzenarten gesegnet. Fast jedes Tal des Himalaya hat sein eigenes Mikroklima, welches eine besondere Pflanzenwelt hervor bringt. Besonders breit gefächert ist hier auch das daraus hervorgehende Angebot an Räucherwerk.
In der tibetischen Heilkunde werden vor allem Rotes Sandelholz und Weisses Sandelholz, Wacholder, Rhododendron, Hedychium, Kostus, Narde, Safran, Moschus, Amber, Muskat, Nelken, Adlerholz, Asant, Pfeffer, Farnkraut, Arura-Nüsse, Guggul, Galgant, Ingwerlilie, Nagarmotha, Bergalant, Granatapfelrinde, Kardamom, Zimt, Terminalia, Sughanda Kokola, Kampfer, Tamala, Tagar verwendet.
Aus der Fülle der Räucherstoffe werden wir hier die wichtigsten beschreiben.
Rotes und weißes Sandelholz (Pterocarpus santalinus)
Das Sandelholz wird vor allem im östlichen Asien als wohlriechendes Räuchermittel und zur Parfümherstellung genutzt. Die Chinesen beziehen bedeutende Mengen des Holzes zu Räucherwerk und als Nutzholz. In Indien gehört es zu den am meist verbreiteten Düften und wird häufig in Tempeln und heiligen Stätten verwendet.
Dabei wird Grundlegend zwischen zwei verschiedene Arten des Sandelholzes unterschieden. Das weiße und das rote.
Das immergrüne Sandelholz wird auch Kaliaturholz, Kerzenholz Rubinholz oder Sappan genannt, trägt gelbe Blüten und erreicht eine
Wuchshöhe von bis zu acht Metern. Der dunkelrote Kernstamm, von dem das "rote Sandelholz" seinen Namen hat wirkt beim verräuchern entspannend und fördert die innere Balance und die Lebenskraft. Zudem verströmt es einen süßlichen, sinnlichen fast schon aphrodisierenden Duft. Es bringt Kraft und hilft uns Aufgaben zu lösen die unschaffbar zu sein scheinen.
Das weisse Sandelholz hingegen trägt rote Blüten und wird bis zu zehn Meter Hoch. Es wird auch Sandal wood, Santalholz, Santelholz und Sandalo genannt. Es ist seit Jahrtausenden in religiösen Zeremonien unverzichtbar und entfaltet beim Räuchern eine friedvolle, tröstende Wirkung und eignet sich daher gut als Abendräucherung und zur Meditation. Weisses Sandelholz ist das qualitativ hochwertigere Sandelholz. Es ist seltener und deutlich teurer wie das rote Sandelholz.
Wacholder (Juniperus communis)
Wacholder kommt vorwiegend auf der Nordhalbkugel der Erde vor. Die immergrünen mit nadelartigen Blättern bestückten Zweige und Hölzer werden zum Verräuchern verwendet. Sie verströmen beim verräuchern einen etwas würzigen Geruch. Aber nicht nur die Zweige sondern auch die Beeren eignen sich hervorragend zum Räuchern. Die Beeren bringen zusätzlich noch ein leicht fruchtiges Aroma mit sich. Wacholder-Rauch wurde schon im Mittelalter verwendet und gilt als reinigend und desinfizierend. Es riecht sehr holzig und gleichzeitig frisch; die Rauchentwicklung ist mäßig bis stark.
Rhododendron (Rhododendron lepidotum)

Das Rhododendron oder auch Alpenrose, Lali Guran, Gichtrose oder Indische Azalee genannt komt vor allem in Tibet, Nepal, Indien aber auch in Europa - Deutschland vor. Bei den Tibetern und Tamang gehört das Verräuchern von Himalaya-Rhodendron zur Reinigung zu einer uralten Tradition. Er wächst dort bis zu einer Höhe von 4500 Meter. Rhododendron gehört zur Familie der Heidekrautgewächse. Rinde, Blüten und die Stengel werden für das Räuchern verwendet, da in allen Bestandteilen der Pflanze die wichtigen Harze enthalten sind. Der Rauch soll Krankheiten vertreiben, das Haus vor negativen Einflüssen schützen und den Kontakt zu Göttern und Geistern herstellen.
Adlerholz (Aquilaria agallocha)

Adlerholz oder auch Adarholz, Agarholz, Oudh, Agallocheholz, Paaradiesholz oder Jin koh genannt kommt vor allem in Asien, Theiland Laos Vietnam Indonesien und Kambodscha vor.
Der Agarbaum ist ein großer, immergrüner Laubbaum, der Wuchshöhen von bis zu 40 erreicht. Die Qualität des Räucherholzes steigt umso mehr Holz von Pilzen (Phialophora parasitica) infiziert wurde und die die Harzproduktion des Baumes anregt. 6 qualitativ unterschiedliche Arten des "Oudh" werden bei den Japanern in der Koh-Do-Zeremonie verräuchert.
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Asant (Ferula asa foetida)

Asant oder auch Teufelsdreck liefert beim Einschneiden des freigelegten „Wurzelstocks“ ein stark nach Knoblauch schmeckendes Gummiharz. Der aus den Wurzeln austretende Milchsaft wird an der Sonne getrocknet und verharzt. Dabei verfärbt er sich rotbraun. Der scharf aromatische ingwerartig riechende, auch als Gewürz verwendete Asant schützt vor schlechten Energien und negativen Kräften. Er wirkt zudem nervenberuhigend und entspannend. Asant wird in Pakistan, Afghanistan im Iran und in Indien als Gewürz benutzt, vor allem aber in der indischen Küche.
Arura-Nüsse (Ferula asa foetida)
Die Arura-Bäume oder auch Sträucher wachsen in der Himalaya Region.
Die Frucht (Nuss) sowie die Rinde werden in der chinesischen und tibetischen Volksmedizin als Heilmittel bei vielen Krankheiten eingesetzt. Beim Verräuchern wirken die Arura Nüsse entspannend, nervenberuhigend und lassen uns unseren Alltag für einen Moment vergessen während der würzig, ingwerartige Duft uns in andere Welten führt.
Guggul (Commiphora mukul)
Das aus Indien, Bangladesch und Pakistan stammende Guggul-Harz kommt von kleinen dornigen vorwiegend wildwachsenden Bäumen. Das gelbliche bis braune Baumharz wird durch einschneiden des Stamms gewonnen. In Indien wird es zu Opfergaben in sakralen Räumen verräuchert. Die harzig herbe Duftnote des Guggul-Harzes wirkt zudem antiseptisch, beruhigend, besänftigend und Aura-reinigend.
Galgant (Alpinia officinarum)
Galgant gehört zu den Ingwergewächsen und wächst wild in den Wäldern des Himalaya. Man nennt ihn auch Fieberwurzel, Galantwurzel, großer Galgant, Siam Ingwer genannt ist Hauptsächlich in China, Thailand, Malaysia und Vietnam verbreitet. Allerdings wurde der zu den Ingwergewächsen gehörende Galgant bereits im Mittelalter nach Europa exportiert. Verräuchert wirkt die Galgantwurzel anregend und reinigend, aktiviert die Chakren und erfrischt den ein oder anderen festgefahrenen Gedanken. Sie belebt unsere Herzen und ist hilfreich kräftigend bei Erschöpfungen und Depressionen.
Nagarmotha (Cyperus scariosus)
Die Wurzeln dieses speziellen Grases wird in Indien traditionell verräuchert. Zudem wird sie dort häufig als Grundsubstanz für die Räucherstäbchenherstellung verwendet da sie viel ätherisches Öl besitzt.
Der Duft betört durch eine warme erdige Note die an orientalische Basare erinnert. Nagarmotha wird vom Geruch her häufig mit Adlerholz verglichen. Ihr Duft hilft die innerer Balance wieder zu finden und schafft Entspannung. Ihm wird auch aphrodisierende Wirkung nachgesagt.
Kardamom (Elettaria cardamomum)
Kardamom ist Gewürz, Aromastoff und Heilmittel zugleich. Er hat eine entkrampfende, appetitanregende und stärkende Wirkung wenn man Kardamom verräuchert. Des weiteren fördert er das Selbstbewusstsein und führt in die geistige Welt. Es wird ihm auch eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Kardamom mischt sich gut mit vielen anderen Räucherstoffen wie z.B. mit Tonkabohne, Piment, Minze, Myrrhe, Weihrauch, Akazienblüten, Rosenblüten, Iriswurzel, Cistrosenkraut.
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Zimt (Cinnamomum Zeylanicum)

Zimt oder auch Canella, Cassia, Kaneel oder Ceylon Zimt kann eine Wuchshöhe von bis zu zwanzig Metern erreichen und gehört zur Familie der Lorbeergewächse.
Zimt verströmt einen warmen würzigen Duft und wirkt gemütserwärmend. Er bringt Tiefenentspanntheit und Glücksgefühle. Ceylon Zimt mischt sich gut mit Copalharz, weißes Sandelholz, rot Sandelholz, Mastix, Adenweihrauch, Dammarharz und vielen anderen Räucherstoffen.
Kampfer (Cinnamomum camhora)
Von dem Kampfer oder auch Karpura, Kampher wird lediglich das Holz und die Harze verräuchert.
Die Einnahme von Kampfer kann berauschende Wirkung haben.
Vorsicht! In großen Mengen kann Kampfer schwere Vergiftungen hervorrufen!
Der eukalyptusartige, zitronige Duft des Kampfers wirkt beim verräuchern antidepressiv und psychoaktiv. Er soll negative Einflüsse auflösen und hellsichtig machen. Er hat konzentrationsfördernde und belebende Eigenschaften. Kampfer eignet sich gut zum mischen mit anderen Räucherstoffen wie Zitronenmelisse, Weihrauch, Rosmarin, Weissem Salbei, Copal, Dammarharz und v. a.
Auszug aus dem Buch "Das Buch vom Räuchern" von Susanne Fischer-Rizzi
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